Die Internationale Schule für Holocaust-Studien (ISHS)

Bericht über die Aktivitäten und Projekte mit unseren ICHEIC Partnerschulen

März 2013- Oktober 2013


Das Partnerschulprojekt hatte seinen feierlichen Auftakt beim„Israeltag“ am 19. März 2013 . Dieser fand im Bayrischen Landtag in Anwesenheit der Präsidentin des Bayrischen Landtags Barbara Stamm sowie des Israelischen Generalkonsul Tibor Schlosser statt. Yad Vashem ist in der Pilotphase des Projekts insgesamt mit fünf Schulen aus verschiedenen Bundesländern eine Partnerschaft eingegangen: drei in Bayern, eine in Nord-Rhein-Westfalien und eine in Mecklenburg-Vorpommern.

  1. Philip Melanchton Schule in Nürnberg, Bayern

    Im Juli 2013 traf sich Dr. Martina Switalski aus der Philip Melanchton Schule in Yad Vashem mit dem Team des Desk für die deutschsprachigen Länder. Bei diesem Treffen wurde die Umsetzung der Kooperation zwischen der Schule und Yad Vashem diskutiert.
    Ein dreitägiges Seminar mit SchülerInnen aus der Philip Melanchton Schule in Yad Vashem ist für Frühjahr 2014 geplant.
    Zusätzlich plant die Schule mit ihrer Israelischen Partnerschule Zvi die Durchführung des Projekts „Reading Together“ (ein Online-Austauschprogramm zwischen israelischen und deutschen SchülerInnen zur Geschichte des Holocaustüberlebenden Naftali Fürst).

  2. Anne-Frank-Schule Erding, Bayern
    Im August 2012 und im August 2013 traf sich die Leiterin der Abteilung für die deutschsprachigen Länder, Dr. Noa Mkayton, mit VertreterInnen der Schule in München. Die Anne Frank Schule bereitet sich derzeit vor, im Juli 2014 mit 8 LehrerInnen und 12 SchülerInnen für ein Kurzseminar nach Yad Vashem zu kommen. Eine gemischte Lehrer-Schülergruppe stellt für das Team in Yad Vashem eine neue Herausforderung dar, die sorgfältige Planung erfordert. Insgesamt ist wünschenswert, dass möglichst viele Lehrkräfte unserer Partnerschulen an einem Seminar in Yad Vashem teilgenommen haben, um sicherzustellen, dass die Projektarbeit von mehreren KollegInnen getragen wird.
    Am Anne Frank Gymnasium existiert bereits eine Arbeitsgruppe von SchülerInnen, die sich regelmäßig treffen und zu Holocaust-bezogenen Themen arbeiten. Diese AG wurde nach der Umbenennung der Schule von „Gymnasium Erding“ zu „Anne-Frank-Gymnasium Erding“ mit dem Ziel gegründet, Holocaust bezogene Arbeit zu leisten, um dem Hintergrund der Namensgebung gerecht zu werden. Die Mitglieder dieses Arbeitskreises sind eingeladen, an der Fahrt nach Yad Vashem teilzunehmen. Der ICHEIC Antrag für ein gemischtes SchülerInnen- und LehrerInnen-Seminar wurde bereits eingereicht.
  3. Katharinen-Gymnasium in Ingolstadt, Bayern
    Das Katharinen-Gymnasium ist ein langjähriger Partner der Abteilung der deutschsprachigen Länder in Yad Vashem und führte bereits mehrere Projekte in Zusammenarbeit mit Yad Vashem durch. Viele LehrerInnen, wie auch der Schulleiter, haben bereits an Seminaren in Yad Vashem teilgenommen.
    Dieses Jahr hat die Schule zusammen mit der Yeshivat Tichon Schule in Jerusalem das Projekt „Reading Together“ durchgeführt. Eine Herausforderung war, dass die israelische Schule eine religiöse Jungenschule war und die SchülerInnen der beiden Schulen aus ganz unterschiedlichen Hintergründen kamen. Es kam zu einer anregenden und fruchtbaren Auseinandersetzung zwischen den Kindern der beiden Schulen.
    Die Schule plant in Kooperation mit dem Erdinger Anne Frank Gymnasium ein Kurzseminar in Yad Vashem für SchülerInnen im Juli 2014. Der ICHEIC Antrag wurde bereits eingereicht.
  4. Realschule Dülmen, Nordrhein-Westfalen (NRW)
    Am 25. September 2013 wurde der Partnerschulvertrag mit der Hermann-Leeser-Schule in Dülmen unterzeichnet. Der Namensträger der Schule, Hermann Leeser, wurde in Dülmen geboren, wurde während des Novemberpogroms verhaftet und verübte im Gefängnis Selbstmord.
    Theo Schwedmann, der Leiter des Projekts „Erziehung nach Auschwitz“ in NRW, organisierte einen würdigen Rahmen für die Unterzeichnung durch den Direktor der Schule, Reinhold Frese, und Deborah Hartmann, als Vertretung von Yad Vashem im Beisein der Bürgermeisterin Lisa Stremlau und anderen Repräsentanten des öffentlichen Lebens.
    Am Tag der Partnerschulunterzeichnung fand zudem eine interne Fortbildung für die KollegInnen der Schule statt, bei der DeborahHartmann das pädagogische Konzept und einige der pädagogischen Materialien von Yad Vashem vorstellte.
    Eine weitere Fortbildung ist für Februar 2014 geplant, in deren Rahmen das angedachte Projekt eines Buches über die Lebensgeschichte Hermann Leesers diskutiert werden soll.
  5. Schulzentrum Kühlungsborn, Mecklenburg-Vorpommern

    Im Februar 2013 unterzeichneten Ulrike Moritz, Yad Vashem Absolventin des Seminars 2012 und Vizedirektorin des Schulzentrum Kühlungsborn, und Anna Stocker vom Desk für die deutschsprachigen Länder in Yad Vashem, einen Partnerschaftsvertrag. Im Rahmen der festlichen Unterzeichung fanden Kooperationsgespräche statt, sowie eine interne Weiterbildung für die KollegInnen der Fachschaften Geschichte, Deutsch und Religion. Im Zentrum der Veranstaltung standen das pädagogische Konzept und die pädagogischen Materialien von Yad Vashem.
    Als Resultat der erfolgreichen Zusammenarbeit mit Yad Vashem hat die Schule ihren internen Lehrplan umgestellt und das Buch „Die Tochter, die wir uns immer gewünscht haben“ für alle 6. Klassen als Ganzschriftlektüre aufgenommen. Zusätzlich ist ein Projekt zu diesem Buch und zum heutigen Israel geplant. Die beiden Yad Vashem Absolventinnen der Schule (Ulrike Moritz und Maren Liebchen) werden das Buch in den 6. Klassen dieses Jahr behandeln, so dass in den weiterführenden Klassen auf dieser Erfahrung aufgebaut werden kann.
    Eine neue Prüfungsordnung in Mecklenburg-Vorpommern für die Mittlere Reife schreibt vor, dass in einer mündlichen Prüfung eine zuvor geschriebene Jahresarbeit verteidigt werden muss. Im Schulzentrum Kühlungsborn sollen in allen gesellschaftswissenschaftlichen Fächern Facharbeiten zum Thema Holocaust und Israel erstellt werden. Beteiligt sind die Fächer Geographie, Geschiche, Religion, Philosophie und Sozialkunde.
    Einige der SchülerInnen lesen das Yad Vashem Buch “Gerne wäre ich geflogen, wie ein Schmetterling”, in dem es um die Geschichte der Überlebenden Hanna Gofrith geht, und erörtern die Frage, ob es sinnvoll ist, dieses Buch mit Kindern zu lesen.
    Die SchülerInnen, die zum Thema Israel arbeiten, waren am 6. Oktober zum Israeltag in Rostock eingeladen, um dort ihr Wissen zu vertiefen.