Über den Holocaust

Das nationalsozialistische Deutschland und die Juden 1933-1939

Der nationalsozialistische Antisemitismus

Antisemitische Karikatur aus dem Heft „Juden stellen sich vor", Nürnberg, 1934 Antisemitische Karikatur aus dem Heft „Juden stellen sich vor", Nürnberg, 1934
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In den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts, mit dem Erstarken der nationalsozialistischen Ideologie und Adolf Hitlers Aufstieg zur Macht in Deutschland, wurde der rassistische Antisemitismus zuerst zum Instrument einer Massenpartei und später zur offiziellen Politik des Dritten Reiches. In den Augen der Nazis manifestierte sich das jüdische Wesen in der biologischen Einzigartigkeit des Juden. Wenn es in der Vergangenheit scheinbar möglich gewesen war, den Verfolgungen durch Assimilation , Verzicht auf das Ausüben der jüdischen Tradition oder durch Konversion zu entkommen, versperrte die rassistische Auffassung den Juden diese Möglichkeiten. Der nationalsozialistische Rassismus sah im deutschen Volk den edelsten und reinsten Zweig der arisch-nordischen Rasse (gemeinsam mit den nordisch-skandinavischen Völkern), und in den Juden eine minderwertige Rasse, oder Anti-Rasse, die ohne Unterlass danach strebt, die richtige Weltordnung zu zerstören und der Herrenrasse die Herrschaft und Führung zu entreißen. Sollte die arische Rasse nicht siegen und seine Herrschaft auf Erden errichten, so die Nazi-Ideologie, drohten die Juden die Menschheit zu Niedergang und Degeneration zu führen.