Über den Holocaust

Die Ghettos

Das Alltagsleben in den Ghettos

Warschau, Polen – Hungernde Kinder im Ghetto. Warschau, Polen – Hungernde Kinder im Ghetto.
Bildergalerie

Es wurde den Juden lediglich gestattet, ins Ghetto einige wenige persönliche Gegenstände mitzunehmen, und ihr gesamter Besitz blieb zurück. Die Ghettos waren stark überfüllt und es fehlte an grundlegenden hygienischen Voraussetzungen und Strom. Die Lebensmittelrationen für Juden waren viel zu klein, um die Bewohner des Ghettos zu ernähren, und die deutschen Behörden verhängten grausame Schritte gegen Schmuggler von Nahrungsmitteln, darunter öffentliche und nichtöffentliche Exekutionen. Hunger, Krankheiten und Seuchen im Ghetto nahmen ständig zu.

Trotz der unmenschlichen Bedingungen, die in den Ghettos herrschten, bemühten sich die Institutionen der Gemeinde und Wohltätigkeitsorganisationen, für die Bedürfnisse der Öffentlichkeit zu sorgen.

Viele Ghettobewohner gaben sich große Mühe, auch unter Gefährdung ihres Lebens, eine moralische Lebensweise aufrechtzuerhalten. Sie organisierten ein Unterrichtssystem, hielten die religiösen Gebote ein und bewahrten die Werte der jüdischen Kultur. Bücher, Lernen, Malerei, Poesie, Musik und Theater waren eine Zuflucht vor der sie umgebenden Realität und eine Erinnerung an ihr früheres Leben. Künstler und Intellektuelle, einfache Menschen und Kinder schrieben und zeichneten, mit dem Ziel die Furcht und die Erschütterung, die in der jüdischen Gesellschaft herrschten, zu dokumentieren. Die geistige Aktiviät half vielen sich für kurze Zeit über die Realität der Demütigungen und Angriffe zu erheben. Trotz der mörderischen Realität des Alltags, meldeten sich viele, den Schwachen zu helfen. Viele Juden begaben sich in Gefahr, um die Leben Anderer zu retten, einschließlich Kinder, die unter Gefährdung ihres Lebens, Nahrung in das Ghetto schmuggelten.