Über den Holocaust

Der Beginn der „Endlösung“

Die Ermordung der rumänischen Juden

Volcineti, Rumänien, 10. Juni 1942 – Deportation von Juden nach Transnistrien über den Fluss Nistru (Dniester). Volcineti, Rumänien, 10. Juni 1942 – Deportation von Juden nach Transnistrien über den Fluss Nistru (Dniester).
Bildergalerie

In Rumänien, einem gehorsamen Bündnispartner der Nationalsozialisten, lebten vor dem Zweiten Weltkrieg etwa 757.000 Juden. In dieser Gegend Europas waren  extreme antisemitische Tendenzen seit jeher weit verbreitet, und am Vorabend des Zweiten Weltkriegs eskalierten diese noch mehr.

Mit dem deutschen Einmarsch in die Sowjetunion im Sommer 1941 wurden etwa 15.000 Juden der Stadt Jassy (Iasi) von rumänischen Soldaten, Polizisten und Zivilisten massakriert. In Folge der Anordnung des rumänischen Diktators Ion Antonescu, die Juden Bessarabiens und der Bukowina, Gebiete im Norden Rumäniens, zu ermorden, beeilte sich die lokale Bevölkerung, in Kooperation mit der deutschen Armee und Soldaten der Einsatzgruppe D, eine Mordkampagne zu starten. Die Juden, die in diesen Gebieten am Leben blieben, wurden mit mörderischer Brutalität nach Transnistrien deportiert - einem dünnbesiedelten Gebiet zwischen den Flüssen Dnjester und Bug, das Hitler Rumänien zugeteilt hatte. Neben der Ermordung Zigtausender durch Rumänen, kamen etwa 150.000 Juden durch Kälte, Hunger und Krankheiten ums Leben.

In einer späteren Phase, als die rumänische Regierung zu verstehen begann, dass der Krieg im Wesentlichen entschieden war, und in Folge eindringlicher Warnungen der Alliierten, brachen die Rumänen die Ermordung der Juden ab. Insgesamt wurden in den Gebieten unter rumänischer Kontrolle (einschließlich Transnistrien) etwa 400.000 Juden ermordet.